Diorama 1848 - Schwabentor
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Schwabentor heute
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Chronik und Bilder zum Museum bis 2008:
Die Zinnfigurenklause
Modell der Zähringer Burg
Konrad von Zähringen
Die Schneeburg
Der Bauernführer Hans Müller
Schauspiel 1992 und 2000
Die Befreiungsschlacht der Eidgenossen
Bauernproteste in Stühlingen 1524
Die Küssaburg im Bauernkrieg
Laufenburg am Hochrhein 1525
Die Burg Altfalkenstein im Höllental
Das Rafzerfeld im Klettgau 1525
Martin Luther, Worms 1521
Andreas Hofer, Südtirol 1809
Hambacher Fest 1832
Badische Revolution 1848 FR.
Chronik des Museums




Bild von der 1995 neu gestalteten 1. Etage mit den 12 stadteigenen Dioramen und neu installierten
Beleuchtung mit dem neuen Stromverteiler für 3 Etagen. Foto: H.P.Vieser






Modell der Zähringer Burg auf dem Schlossberg in Freiburg. Erbaut um 1100 von Bertold II.
Endgültig zerstört um 1745.






Zinnfigur "Konrad von Zähringen"

Die feierliche Übergabedes Marktrechtprivilegs
an die Stadt Freiburg im Jahr 1120.






Reichsritter mit Reichsadler aus dem Sortiment von 10.000 Zinnfiguren
(U.a. Sempachschlacht 1386, Bauernkrieg 1525, Revolution 1848,
Kultur, Musik, Natur, Trachten, Beruf und Märchen)






Die Schneeburg auf dem Schönberg bei Freiburg im Breigau, zerstört 1525.
(Nach Verweigerung der alten Bauernrechte und Neufassung in den 12 Artikeln)
Planer und Gestalter: A.A.Lehmann






Der Bauernfüher Hans Müller aus Bulgenbach im Schwarzwald,
Grafenhausen-Staufen, mit den Fahnen im Bauernkrieg im Jahr 1525.

Die Sturmfahne "Freyheit" und die Bundschuhfahne mit dem bäuerlichen Riemenschuh des 15. und 16. Jh. waren die Widerstandssymbole gegen die herrschenden Unterdrücker. (Aufstände am Oberrhein 1493, in Württemberg 1514 der "Arme Konrad". Im Südwesten beendete der Truchseß von Waldburg, Heerführer des Schwäbischen Bundes, den so genannten Bauernkrieg rücksichtslos, folternd und sehr blutig. Der Bauernführer Hans Müller wurde am Hochrhein in Laufenburg enthauptet.) - Diorama Planer und Gestalter: A.A.Lehmann






"Der Geist der Freiheit ist die Festung des Volkes"

Schauspiel zur Hinrichtung des Bauernführers Hans Müller aus Bulgenbach. Dasrstellervorbereitung von Johanna Eschenauer mit den Hauptdarstellern Kreuz und Weiß der Alemannischen Bühne. Erstaufführung 1992. Am Pult der Verfasser Andreas Müller.






Die Befreiungsschlacht der Eidgenossen, Sempach am 09.07.1386

Leopold der III., Herzog von Österreich, fürchtete sein Territorium und seine Macht in der Schweiz zu verlieren, wenn er die Vorhaben seiner Gegner, die eine eigene Rechtsordnung in Freiheit und die Trennung vom Haus Österreich anstreben, nicht rechtzeitig bekämpft. Um seine Rechte wieder herzustellen war er bereit, mit seinem kampfbereiten Ritterheer Luzern anzugreifen und zu besetzen.

Auf dem Marsch nach Luzern befahl er den Rittern, in einer Lichtung mit Wasser und Schatten vor Sempach zu rasten, um die verriegelten Stadttore nicht von Marsch und Hitze ermüdeten Rittern erstürmen zu müssen. Die Abwehrkämpfe gegen die im Wald sichtbar gewordene Vorhut nahm er nicht ernst, da seine Kundschafter den Verteidigungsplan der Eidgenossen nicht kannten.

Eine große Streitmacht aus den Urkantonen und Luzern, versteckt hoch oben im Wald, warteten auf einen Befehl zum Angriff auf das ruhende Ritterheer. Mit Hellebarden bewaffnet, pirschten sich die kampfbereiten Männer, geschützt durch den Wald, an die Lichtung heran. Der Befehl zum Sturm kam zur Mittagszeit. Das plötzliche Kriegsgeschrei mit dem Überraschungsangriff löste bei dem Ritterheer eine Panik aus. Die Knechte flohen mit den Pferden und die Ritter, um nicht unehrenhaft dem Kampf auszuweichen, griffen verzweifelt nach ihren Spießen und stellten sich dem Bodenkampf. Stechend und schlagend mit den Hellebarden voran, zerschlugen die Eidgenossen, die auch zahlenmäßig stärker waren, die Abwehr der Ritter. Unter den Toten auf dem Schlachtfeld lag auch der Herzog Leopold und sein treuer Begleiter und Mitsrteiter Martin Malterer aus dem Breisgau. Das dramatische Ende des Ritterheeres beendet auch die Herrschaft der Habsburger über die Schweiz.

Die mit 1150 Zinnfiguren dargestellte Kampfhandlung mit den Fahnen der Ritter und Fahnen der Eidgenosssen und weitere Details im Diorama, veranschaulichen das dramatische Ende der Schlacht. Ein Zeugnis hierfür ist auch die Schlachtkapelle aus dem Jahr 1387 und das Gebeinhaus in Sempach.
Diorama Planer und Gestalter: Artur Andreas Lehmann.






Stühlingen im Kreis Waldshut im Jahr 1524

Erste Station der protestierenden Bauern war das Schloss Hohenlupfen an der Schweizer Grenze. Mit den Fahnen des Bundschuhs, der Sturmfahne "Freyheit" und der Fahne des gekreuzigten Heilands zogen sie über das Unter- und Oberdorf zu dem weithin sichtbaren Schloss, um sich gegen die gnadenlose Leibeigenschaft und Rechtlosigkeit zu beklagen. Im Zorn und Unmut verkündeten sie ihre Artikel, zogen ab und hofften dass sie erhört werden.

Mit einer Beute-Kanone zusätzlich ausgerüstet führte der Bauernführer im Jahr 1525 seine kämpferisch gestimmten 12.000 Bauern, zunehmend verstäkt von Ort zu Ort, über den kalten und noch zum Teil verschneiten Schwarzwald nach Freiburg. Sie belagerten den Schlossberg und beschossen das Gebäude der herrschenden Obrigkeit. Von dem Angriff überrascht, ergab sich Freiburg ohne Widerstand.

Mit ihren Fahnen und geschmückten Wagen zog das Bauernheer jubelnd zur Stadtübergabe zum Schwabentor. Nach Verlesung der in allen Fürstentümern bekannten Memminger "12 Artikel", und von der Stadtobrigkeit schliesßlich schwörend angenommen, wurden dem Bauernführer 3.000 Gulden überreicht, um Unheil von der Stadt abzuwehren. Danach zog "Hans Müller" siegesbewußt mit seinem Bauernheer friedlich ab.

Diorama: Fernsicht zum Schloss perspektivisch verkürzt. Die ca. 850 Flachfiguren haben vorne die gängige Größe von 30 mm, zum Schloss hin sind die Figuren kleiner und ganz oben kaum sichtbar.
(30 mm Figuren und größere Vorrätig!)






Die Küssaburg, Kreis Waldshut, im Bauernkrieg anno 1525

Unter dem Druck der wehrhaften Bauern hielt es der Landgraf von Sulz für richtig, die schon weit über den Klettgau hinaus bekannten "Zwölf Artikel" anzuerkennen. Im Glauben, dass der Graf seine Versprechen halten wird und zu seinem Schwur steht, zogen die Belagerer, unter Führung von Klaus Wagner aus Gießen, zum zweiten Mal friedlich ab. Nach der grausamen Niederwerfung des Aufstandes und Gefangennahme des Bauernführers Hans Müller, wurde die Burg zur stärksten Landfeste ausgebaut.
Im 30-jährigen Krieg - 1634 - als die Schweden zum zweiten Mal erschienen, verließen die kaiserlichen die Burg fluchtartig, nahmen mit, was mitzunehmem war und brannten ihre stolze Feste total ab. Zurück blieb eine Ruine.
Diorama: A.A.Lehmann






Laufenburg am Hochrhein anno 1525

Listig vorbereitet und auf Befehl des Todfeindes Ritter Ulrich von Habsberg wurde der oberste und tapfere Schwarzwälder Bauernführer Hans Müller aus Bulgenbach gefasst, gefangen genommen und am 23. August 1525 vom Schaffhausener Henker hingerichtet. Ungebeugt wollte er sterben und bat, ihm den Kopf mit dem Schwert des Henkers stehend abzuschlagen. Der Fürstenkrieg gegen die Bauern war gnadenlos und grausam und in der Verfolgung verloren 100.000 Bauern ihr Leben.






Die Burg Altfalkenstein im 12. Jahrhundert

Ein schmaler Bergpfad an der B31, zwischen Himmelreich und dem Hirschsprung führt zu einem Rastplatz und an Mauerresten der Burg vorbei. Nach Verurteilung der Falkensteiner als Wegelagerer, wurde die Burg im 14. Jh. zerstört. Ein im Diorama nachgestellter Raubüberfall bestätigt das Urteil. In Frühjahr 1525 nutzten die aufständischen Bauern das schmale Tal als Sammelplatz für den geschlossenen, kampfbereiten Marsch nach Freiburg.
Diorama: A.A.Lehmann






Der Kampf um die Freiheit starb für weitere 12 Generationen
am 04.11.1525 im Klettgau auf dem Rafzerfeld

Die noch nicht zerschlagenen Bauernscharen zogen sich auf das Rafzerfeld zurück, um sich gegen den "Schwäbischen Bund" der Habsburger, unter Führung des Feldhauptmanns, Truchseß Georg von Waldburg, und gegen den Besitzanspruch der Habsburger am Hoch- und Oberrhein zu verteidigen. Das kampferprobte Ritterheer hat die Bauern am 04.11.1525 hart attackiert und einen Tag danach vernichtend geschlagen.
Die sorgfältige Auswahl der Zinnfiguren, zu den um ihr Leben kämpfenden, leibeigenen und entrechteten Bauern, veranschaulichen den Kampf und das Sterben im direkten Gefecht. Die auf der Flucht befindlichen starben im Verfolgungwahn der Ritter. Diorama: A.A.Lehmann






Öffentliche Verbrennung der Bann-Androhungsbulle 1520

Verbrennung der päpstlichen Bann-Androhungsbulle durch Martin Luther anno 1520. Durch die Veröffentlichung der 95 Thesen anno 1517 - gegen Ablaß und Buße - wurde Martin Luther dem Kirchenbann unterworfen und als Ketzer verurteilt. Im Reichstag zu Worms - Mai 1521 - kam Kaiser Karl nicht umhin, ohne auf die Vollzähligkeit der Reichsstände zu achten, dem standhaften und reformfreudigen Theologen zu verurteilen und die Reichsacht zu verkünden. Mit Unterstützung des Kurfürsten Friedrich III, dem Weisen, wurde Luther auf die Wartburg entführt, wo er im Verborgenen seine Lehre fortsetzte und das Neue Testament übersetzte.






Luthers Einzug in Worms 1521

Durch die Veröffentlichung der 95 Thesen anno 1517 - gegen Ablass, Buße und Verbrennung der Androhungsbulle wurde Luther 1520 aufgefordert, seine Lehre im Reichstag zu widerrufen. Nach dem Verhör im Mai 1521 und Verweigerung des Widerrufs verkündete Kaiser Karl V. über Luther, in Anwesenheit der Kläger und Fürsten, die Reichsacht.
Diorama: A.A.Lehmann






Heimkehr

Rettung Luthers durch Überfall nach dem Verhör






Andreas Hofer der Tiroler Freiheitskämpfer
"Heimat Du bist mein Herz"

Bedrängt und bekämpft nahm Andreas Hofer im Jahr 1809, um die Heimat Tirol nicht zu verlieren und die kulturellen Werte Tirols zu erhalten, den Kampf gegen die herrschsüchtigen und feindlichen Eroberer, unterstützt vom Volk, Schützen und Hauptleuten tapfer an. Gemeinsam wehrten sie die Feinde aus nah und fern erfolgreich ab.
Durch Verrat wurde Andreas Hofer von einem napoleonischen Kommando im Februar 1810 gefangen genommen und in Mantua/Italien, südlich von Bozen, standrechtlich erschossen. Andreas Hofer wird in Dramen, Dichtungen und Volksliedern bis heute verehrt.
Diorama: Emil Klingler, Frankfurt a.M., Stifter: P.Pflug, Freiburg i.Br.






Das Hambacher Fest, die Wiege der deutschen Demokratie

Am 27. Mai 1832 erlebte das zerrissene Deutschland eine Massenkundgebung von 30.000 Männern und Frauen aus allen Schichten der Bevölkerung, auch Flüchtlinge, polnische Freiheitskämpfer und französische Demokraten waren mit ihren Fahnen dabei.
Die Kundgebung begann in Neustadt mit Festrednern und Freiheitsliedern. Mit den Fahnen schwarz-rot-gold, Musik und Bürgergarde an der Spitze, gefolgt von Ordnern, die alle eine Schärpe in den Farben der Republik trugen, formierte sich der Festzug, mit anhaltendem Glockengeläut, abfeuern der Geschütze zum Abmarsch nach Hambach zur Schlossruine. Auf den lichten Höhen der Hardt brannten Freudenfeuer. Die Redner forderten das Recht auf Freiheit der Person, die Einführung der Presse- und Versammlungsfreiheit, unabhängige Gerichte, Gleichberechtigung der Frauen, die nationale Einheit Deutschlands und ein republikanisches, wirtschaftlich geeintes Europa. Der Traum und die Folgen danach: Verhaftungen, Flucht, verstärkte Polizeiaufsicht und Unterdrückung der Versammlungs- und Pressefreiheit.






Freiburg: Die Badische Revolution 1848 und der Verteidgungskampf der Revolutionäre am Schwabentor. (350 Jahre Absolutismus und bittere Armut) Diorama: R.Konetznick, G.Schwär

Der herrschende Absolutismus bis hin zum Despotismus machte die Untertanen rechtlos, arm und abhängig. Sie verloren ihre Eigentumsrechte und wurden Leibeigene. Die von Kultur und Bildung ausgeschlossenen lebten in hoffnungsloser Armut und trieb die Menschen in den Protest. Die gnadenlose Arroganz der Herrscher löste in Oberschwaben, im Schwarzwald und beidseitig des Hochrheins bis zum Mittelrhein, weiter östlich in den Odenwald bis nach Franken und Thüringen hinein, Unruhen aus. Gestützt auf die Bauernbünde, "Bundschuh ab 1493 und der Reformation", kam es schließlich 1525 zu dem Bauernaufstand gegen die Fürsten. Im Geist des vermeintlichen Monopols zur Gewalt schlugen Ritter und Landsknechte den Bauernaufstand brutal und äußerst blutig nieder. Der weit verbreitete Massenaufstand, unter Berufung auf die "Zwölf Artikel", scheiterte in Qualen und im Blut zigtausender Bauern. Doch der Schrei nach Glaubensfreiheit und Menschenrechten blieb nicht folgenlos. Im Zeichen des anhaltenden Konfessionsstreites und der Territorialansprüche kam es 1618 bis 1648 zum 30-jährigen Krieg. Zerstörungen, Plünderungen, Ernteausfälle, zunehmende Abgaben an die Landesherren, Frondienste und die Hinnahme des Analphabetismus der Untertanen vertieften die Armut, bis hin zur Bettelei.

1717 führte Friedrich Wilhelm I. die Schulpflicht ein. Auch sein Sohn Friedrich II., der Große, König von Preußen, förderte die Schulbildung, die mangels Schulen, ausgebildeter Lehrer und staatlicher Finanzierung wenig brachte. Maria Theresia, Kaiserin von Österreich war eine Verfechterin von Reformen und setzte in ihrem Machtbereich die Schulpflicht durch, das Ergebnis war aber mager, denn die Kriegsrüstung verschlang das Geld. Die schlesischen Kriege ab 1740, die nach dem 7-jährigen Krieg 1763 endeten, zementierten den Unfrieden und die anhaltende Armut. In der Erkenntnis, dass die Unmündigkeit und die nicht ausreichende Bildung den technischen Fortschritt hemmen und der Fleiß der Bauern für die Grundherren zunehmend schwindet, entschied sich Preußen 1807 für den Erlass zur Bauernbefreiung. Der verlustreiche Rückzug Napoleons aus Russland und die Völkerschlacht 1813 vor den Toren Leipzigs und die letzte Schlacht 1815 bei Waterloo mit Napoleons Heer, zwangen die Ärmsten, um den Hunger un den macht- und landhungrigen Kriegsfürsten zu entrinnen, ihre letzte Habe zu bündeln und in ferne oder östliche Nachbarländer auszuwandern.

1835: Mit der Eröffnung der ersten deutschen Eisenbahn kam es zu Fabrikgründungen und Mechanisierung der schweren Handarbeit. Das war ein großer, mobilisierender Aufbruch in die unverzichtbare Ausbildung von Ingenieuren, Lehrern, Technikern und Büropersonal. Doch der Machtanspruch der Apsolutisten diktierte die unveränderte Abhängigkeit und die 60 Stundenwoche mit Niedriglöhnen, die das Leben der Arbeiterfamilien unerträglich machten. Die gewissenlose Blindheit gegenüber der Armut, entfesselte den Widerstand und löste 1844 in Schlesien den "Weberaufstand" aus. Um mit ihren Familien nicht zu verhungern, mussten sie auch ihre Kinder den Hungerlöhnern überlassen und zur Bettelei schicken. Die hoffnungslose, unmündige Abhängigkeit, die zunehmende Proletarisierung der Bauern und Handwerker führten 1848 zur Revolution.

März 1848: Die politischen Vordenker der Revolution, Friedrich Hecker und Gustav Struve, beide Juristen, blieben in ihren Kernaussagen standfest und forderten in ihren Volksversammlungen den "Sturz der Monarchie, eine Verfassung des Rechts, Beseitigung des Analphabetentums, das Ende der Ständedünkelei, die Freiheit des Volkes und die Pressefreiheit." Um mit den Schaffenden im unverzichtbaren, politischen Kontakt und Meinungsaustausch zu bleiben, wurden Arbeiter-, Turn- und Gesangsvereine, auch in den abgelegenen Orten gegrüdet. Hecker, badischer Abgeordneter und Struve sein politischer Mitstreiter, fanden unter den Professoren der Freiburger Ludwigs-Universität und Studenten begeisterte, kampfbereite Unterstützung. Obwohl die Stadt damals nur 16.000 Einwohner zählte, kam es im März auf dem Münsterplatz zu einer Volksversammlung von 25.000 Menschen. Der sozialliberale Unternehmer Carl Metz leistete hierzu einen großen organisatorischen Beitrag.

Die im Land gebliebenen 48-zigerund die nach 1830 ins Ausland geflohenen Revolutionäre erkannten, dass mit den unschlüssigen Kammerdebatten die Machtzentren der Monarchie nicht zu beseitigen sind. Hecker, der eine beginnende Verahftungswelle der führenden Revolutionäre in Baden nicht mehr ausschloss, musste handeln. Den Aufruf zum gewaltsamen Sturz der Monarchie proklamierten Hecker und Struve gegen Mitte April in Konstanz. In der Erwartung, dass die Soldaten des Großherzogs Leopold von Baden sich der Revolution anschließen und auf Väter und Brüder nicht schießen werden, organisierte der Freischärler Leutnant Franz Siegel, den bewaffneten Kampf. Die Entmachtung des Königs Louis Philippe von Frankreich und die Fluchtim Februar 1848 nach England beflügelte die Badische Revolution zunehmend. Die nach Frankreich geflüchteten Demokraten solidarisierten ich mit dem Aufruf zum Sturz der Monarchie, nahmen die Schanze zur Rückkehr in ihre Heimat wahr und marschierten mit ihrem Schriftsteller, Dichter und Revolutionär Georg Herwegh vom Elsass kommend nach Breisach, um Heckers Scharen zu unterstützen. Die Hetzkampagne der Monarchisten, Hecker hole die Franzosen ins Land und sei ein Vaterlandsverräter, glaube er entkräften zu müssen. Hecker lehnte den Kampfeinsatz seiner im Elsass stationierten Freunde entschieden ab. Die Horrormeldungen der Gegner fürchtete er mehr, als die Absage an Georg Herwegh. Eine Entscheidung, die nicht folgenlos blieb.

Am 15. April 1848 war es soweit. Von Konstanz und Donaueschingen aus sollten die Kolonnen ins südwestliche Rheintal marschieren, sich dort vereinen, um mit einer großen Volksarmee das absolutistische Machtzentrum Badens zu stürzen. Tollkühn sahen Hecker und die Anführer der Revolution mit ihren Pistolen, Säbeln und Heckerhüten aus. Doch der Start zur Revolution mit nur 50 bewaffneten Männern war enttäuschend. Im Rededuell mit den Unschlüssigen kam nach und nach Zuwachs. DAs Eintreffen der bewaffneten Bürgerwehr mit 1.500 Mann, unter dem Kommandanten der Bürgerwehr Weißhaar, nährte die Zuversicht auf ein kampfbereites Volksheer. Die Scharenaufteilung in Richtung südliches Rheintal und über den Schwarzwald war zum Aufbau einer großen Volksarmee geeignet. Die Kolonnen wurden von Ort zu Ort größer und mit 6.000 Kämpfern erreichten Hecker, Siegel, Struve und Weißhaar die ersten Sammelplätze. Obwohl die Botendienste durch Schnee, Regen, Kälte und Versorgungsmängel unzureichend waren und die Eilmärsche der Truppen erschwerten, zogen die abgehärteten, bärtigen Männer, entschlossen und unbeirrt weiter, um in der Willkommensmetropole Freiburg frei und siegesbewusst einmarschieren und die südlichen Scharen mit denen in Freiburg wartenden und noch aus anderen Richtungen kommenden Kampfeinheiten zu vereinen.




Chronik 1965 bis 2008
der Zinnfigurenklause und des Vereins
„Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause“
im Zeitraum von 1965 bis 2008

1965:

 Mit der Eröffnung der Ausstellung von Zinnfiguren und Dioramen im Gasthaus „Schiff“ – unweit der Musikschule und der alten Messehalle – gründete Arthur Andreas Lehmann als freischaffender Hobbykünstler die Zinnfigurenklause. Dort wirkte er bis 1968.

 

1969:  

Durch die Unterstützung des damaligen Oberbürgermeisters Herrn Dr. Eugen Keidel konnte A. Lehmann schließlich Räume im denkmalgeschützten Schwabentor, das im 13. Jh. erbaut wurde, beziehen. Dadurch wurde ihm die Vergrößerung seiner Ausstellung ermöglicht. Hier und in seiner Wohnung gestaltete er mit großem Idealismus und künstlerischem Sachverstand weitere kulturhistorische Dioramen, die von seinen Freunden und von Zinnfigurensammlern sehr geschätzt wurden. Aus dem schmalen Familienbudget finanzierte er den Kauf von  Schiefersteingießformen. Unermüdlich goß er seine historischen Flachfiguren. Er entgratete,  reinigte und bemalte sie mit großer Hingabe. Die Figürchen im Miniformat mit den  unterschiedlichsten Gesichtern, den vielfältigsten Körperhaltungen in zeitgemäßen Uniformen  und Kleidungsstücken legen Zeugnis ab über das Leben in jener Epoche.

 

 

1987:

Im Jahre 1987 kam Andreas Müller erstmals nach Freiburg und besichtigte u.a. auch das Schwabentor, das Wahrzeichen von Oberlinden und die darin befindliche Zinnfigurenklause. Zwischen dem damaligen Leiter A. Lehmann und dem Besucher A. Müller entspann sich bald ein langes Gespräch über deutsche Geschichte und über den Dioramenbau. A. Lehmann spürte das starke Interesse des Besuchers an diesen Themen. Schließlich lud er A. Müller zur Zusammenarbeit ein und bat ihn für einige Wochen um Vertretung im folgenden Jahr, da er zu Studienzwecken nach Wien wolle. Das war der Beginn des Wirkens von A. Müller in der Zinnfigurenklause.

 

1988:

Nach der Rückkehr von einer erfolgreichen Reise, konnte sich A. Lehmann davon überzeugen, in seiner Abwesenheit hervorragend vertreten worden zu sein. Glücklich darüber, einen  Stellvertreter zu haben, dem er vertraute, beschloß er, von jetzt ab Exkursionen und Urlaub zu machen. Eine Studienreise nach Athen folgte. Dieses Mal jedoch kam A. Lehmann als Kranker zurück. Ein Aufenthalt in einem Krankenhaus wurde notwendig. Nach Abschluß der Behandlung wurde er in pflegebedürftigem Zustand in einem Altenheim aufgenommen. Dort besuchte ihn A. Müller zum regelmäßigen Gedankenaustausch. Alle Gespräche endeten immer mit den gleichen Worten: „Gell, Sie bleiwe doch do, ich kumm ja wieder.“ In dieser Situation fühlte sich A. Müller verpflichtet, die erhoffte Zusage zu machen, daß er die Klause beaufsichtige solange Lehmann krank ist. Fortan übernahm er dessen Aufgaben, meinend, daß jener gesunden und seine Arbeit in der Klause wieder aufnehmen könne. Es kam anders. 

 

1989: 

Zufrieden mit seinem Lebenswerk, zufrieden auch darüber, einen Nachfolger gefunden zu haben, der seine Werke achtet. Lehmann, der geschichtskundige Dioramengestalter, der von leidenschaftlichem Fleiß geprägte Hobbykünstler erlag im Juni 1989 im Alter von 80 Jahren seinen Leiden. Kurz vor seinem Tod erhielt er noch auf Anregung von A. Müller das silberne Stadtsiegel aus den Händen des Ersten Bürgermeisters, Herrn Dr. v. Ungern- Sternberg. Bereits im Rollstuhl sitzend, gekennzeichnet von seiner Krankheit, begleitet und betreut von seiner Tochter, hörte A. Lehmann die Laudatio. Auch A. Müller, der noch nicht bestätigte Nachfolger, ehrte  Lehmann als den „Vater der Zinnfigurenklause.“                                                                             

Im Spätherbst desselben Jahres wandte sich A. Müller, der aufgrund seines gegebenen Versprechens plötzlich die Aufgaben von Herrn A. Lehmann übernehmen mußte – dazu auch  noch ortsfremd – an den Oberbürgermeister Dr. Rolf Böhme mit der Bitte um Klärung der Situation der Zinnfigurenklause. Kurz darauf lud ihn der Generaldirektor der Städt. Museen, Herr Prof. Hans H. Hofstätter, zu einem Gespräch ein. Danach verpflichtete sich A. Müller vertraglich, die Klause öffentlich zu vertreten und die von der Stadt im Jahre 1985 von A. Lehmann erworbenen Dioramen u.a.m. weiterhin zu verwalten. Um die Zinnfigurenklause attraktiver und populärer zu machen, mit dem Ziel die Zahl der Besucher langfristig wesentlich zu erhöhen, gründete A. M. am 2.11.1989 den Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause im Schwabentor e. V. Freiburg.

 

1989:

Parallel dazu liefen auch die Vorbereitungen zu den Straßenschauspielen: „Sturm“ auf das Schwabentor gespielt von der Historischen Hans Müller Gruppe. Gründer der Schauspielgruppe ist Theodor Isele, Ortsvorsteher von Bulgenbach bei Grafenhausen (Schwarzwald). Heimat des Bauernführers Hans Müller

 

1991:  

Schauspiel zum Volkslied „Der Ritter von Falkenstein“. Darsteller:  das Ensemble der Alemannischen Bühne.

 

1992:

Historisches Straßenschauspiel zum Bauernkrieg von 1525 „Der Geist der Freiheit ist die Festung des Volkes“ dargeboten am Schwabentor mit 160 Darstellern aus Bulgenbach, Freiburg und Lehen. Verfasser des Schauspiels A. Müller

 

1994: 

Wiederholung des Schauspiels von 1992 mit gekürztem Text. Bei dieser Inszenierung an der Einmündung der Konviktstraße in die Salzstraße wirkten Schauspieler der Alemannischen Bühne zusammen mit 40 weiteren Personen mit.

1997:  

Übernahme der vom Liegenschaftsamt und vom Kulturbürgermeister Thomas Landsberg vermittelten und vom Hochbauamt ausgestatteten Werkräume, nach einem Stillstand der Vereinsarbeit von 2 ½ Jahren.

1998:

Verdielung der 2. Etage im Schwabentor. Auch Anfang zur Ausstellung
von Leihdioramen

1999: 

Einbau der Unterschränke. Beginn der Ausstellung unter provisorischen Bedingungen in diesen Räumlichkeiten.

2000: 

Schutzverkleidung der Exponate gegen Schmutz, Kälte und Fremdeinwirkung. Die neue Platzierungs-, Einschub-, und Beleuchtungstechnik ermöglicht, die Projekte schon in ihren Anfängen auszustellen. Ein Beispiel hierfür ist das im Bau befindliche Diorama „Die Badische  Revolution 1848“ mit den Kampfhandlungen vor dem Schwabentor. Die neue Technik erleichtert auch Wechselausstellungen mit den Burgen vom Hoch- und Oberrhein und von der Donau.                                                                                                                               

Zum Gedenkjahr an den Bauernkrieg vor 475 Jahren wurde das seit 1992 bekannte Schauspiel von 300 Darstellern und dem Ensemble der Alemannischen Bühne erstmals auf dem Augustinerplatz aufgeführt. Ab dem alten Messeplatz marschierten 16 Gruppen – zeitgerecht gekleidet – aus den Regionen Bodensee, Schwarzwald, Freiburg und vom Rhein auf Freiburg zu, in der Absicht, die Stadt zu stürmen. Am Schwabentor übergab der Sprecher des Adels und der Ratsherren, gespielt von Oberbürgermeister Dr. Rolf Böhme, der gleichzeitig Schirmherr der Veranstaltung war, dem legendären Bauernführer Hans Müller die Stadt Freiburg widerstandslos.

Um vom Amt für öffentliche Ordnung eine Genehmigung für den historischen Bauernaufmarsch und für die Veranstaltung zu bekommen, mußte der Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause die volle Verantwortung übernehmen. Das ursprünglich vorgesehene Veranstaltungs- und Organisationskomitee gab in der Besprechung vom 6.4.2000 die Verantwortung an den Verein bzw. an A. Müller einstimmig ab.

2001:

Tag der offenen Tür in den 3 Etagen der Zinnfigurenklause verbunden mit dem Malerblick und dem Gemälde von Oskar Kokoschka.

Fachkundige Ausführungen der Kunsthistorikerin und Gästeführerin Christine Moskopf M. A. zu der Bilderperspektive des Malers Oskar Kokoschka und zu den stadtgeschichtlichen Aspekten mit dem Ausblick aus den Fenstern der 3. Etage . Die faszinierende Breitsicht zum Münster unde der Panorama blick über die enst total zerstörte Altstadt, die im Baustil des Mittelalters nach 1945 wieder neu aufgebaut wurde, haben einen großen Seltenheits- und Erinnerungswert. Bei guter Fernsicht begrüßt uns auch das Elsaß mit den Vogesen und der Kaiserstuhl am Rhein.

Umrahmt wurde der Tag der offenen Tür durch zwei junge Musiker: Klarinettistin Sonja Schindelbeck und Sylvain Fiedler.

2002:

Der Ausbau der 3. Etage ist noch nicht abgeschlosssen.
Begehung nur an den Tagen der offenen Tür und zu den vereinbarten Führungen
mit dem Leiter der Zinnfigurenklause

Verfasser der Chronik: Andreas Müller,  

Vereinsgründer des Freundeskreises der Zinnfigurenklause e.V. , Frbg. im Brsg.
Von 1989 bis 2006 Vorsitzender, bis 2008 Leiter des Museums